Transport hochradioaktiver Atommüll provoziert Proteste in Deutschland
Ein Schiff aus Großbritannien trifft in Nordenham ein, während Aktivisten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des umstrittenen Transports äußern.
Am Dienstagmorgen traf ein Schiff mit sieben Castor-Behältern, die hochradioaktiven Atommüll enthalten, im Hafen von Nordenham in Niedersachsen, Deutschland, ein.
Der Transport, der aus Sellafield, einer nuklearen Wiederaufbereitungsanlage im Nordwesten Englands, stammt, ist für einen temporären Lagerstandort in Niederaichbach, Bayern, bestimmt.
Die Behälter verließen Barrow-in-Furness, England, am vorherigen Mittwoch und sollen von dem Schiff in Nordenham auf einen Zug verladen werden, bevor sie ihre Reise nach Süden fortsetzen.
Jeder Castor-Behälter misst etwa vier Meter (13 Fuß) in der Länge und wiegt über 100 Tonnen.
Bei der Ankunft wurde der erste Behälter von einem großen Kran vom Transportfahrzeug, der 'Pacific Grebe', angehoben und einer Inspektion unterzogen.
Diese Inspektion umfasste Messungen der Strahlenwerte, um sicherzustellen, dass diese mit den Aufzeichnungen aus Sellafield übereinstimmen.
Das Hafenareal in Nordenham ist abgeriegelt und steht unter schwerem Polizeischutz.
Bislang wurden keine Zwischenfälle gemeldet, obwohl in der Umgebung des Hafens mehrere Proteste von Atomkraftgegnern stattfanden.
Aktivisten der Gruppe _Ausgestrahlt_ äußerten ihre Bedenken, wobei der Sprecher Helge Bauer erklärte: "Jeder Castor-Behälter birgt enormes Risiko.
Atommüll sollte daher nur einmal transportiert werden – zu einem dauerhaften Standort." Weitere Demonstrationen sind entlang der erwarteten Zugstrecke geplant, einschließlich Städten wie Bremen und Göttingen.
Kerstin Rudek, eine Vertreterin der Protestgruppe Castor-Stoppen, betonte, dass der Transport des Atommülls das zugrunde liegende Problem der dauerhaften Lagerung nicht löse.
Deutschland, das seit 2003 aus der Kernenergie aussteigt, beschleunigte diesen Prozess nach der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011. Die letzten verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland wurden 2023 stillgelegt.
Dennoch ist Deutschland verpflichtet, den Atommüll aus der Wiederaufbereitung, die in Anlagen wie Sellafield und La Hague in Frankreich durchgeführt wurde, zurückzuführen.
Historisch gesehen sah sich der Transport von verarbeitetem Atommüll zurück nach Deutschland erheblichen öffentlichen Widerstand gegenüber.
Zwischen 1995 und 2011 wurden über 100 Castor-Behälter nach Gorleben, Niedersachsen, zurückgebracht, während die letzten vier im Jahr 2024 nach Philippsburg, Baden-Württemberg, gelangten.
Im Jahr 2020 wurden sechs Behälter von Sellafield nach Biblis, Hessen, transportiert.
Derzeit werden sieben weitere Behälter im Anschluss an diesen letzten Transport erwartet.
Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGE) arbeitet an der Identifizierung eines permanenten unterirdischen Standorts für die langfristige Lagerung von etwa 27.000 Kubikmetern Atommüll, die in den letzten 60 Jahren der Stromproduktion aus Kernenergie in Deutschland entstanden sind.
Dieser Abfall kann über Hunderttausende von Jahren gefährlich bleiben und wird vorübergehend an 16 oberirdischen Standorten gelagert, jedoch werden dringend langfristige Lösungen benötigt.
Lisa Seidel von der BGE erklärte, dass die Behörde ein empirisches Verfahren anwendet, um einen Standort zu finden, der optimale Sicherheit bietet.
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