Deutschlands Finanzminister fordert Tarifverhandlungen mit den USA
Jörg Kukies äußert Bedenken gegenüber neuen US-Zöllen und betont die Notwendigkeit für Handelsbarrierenabbau.
Der deutsche Finanzminister Jörg Kukies hat Bedenken hinsichtlich der von den Vereinigten Staaten vorgeschlagenen neuen Zölle geäußert, die voraussichtlich von Präsident Donald Trump bekannt gegeben werden.
In seinen Äußerungen betonte Kukies, dass diese Zölle sowohl die amerikanische als auch die europäische Wirtschaft negativ beeinflussen würden.
Er wies darauf hin, dass steigende Autopreise in den USA die Verbraucher belasten würden, insbesondere da deutsche Automobilhersteller mehr Fahrzeuge in den USA produzieren als sie aus Europa importieren.
Kukies erklärte: "Es wird erhebliche negative Auswirkungen für alle Betroffenen haben." Die deutsche Regierung betrachtet die bevorstehende Ankündigung als potenziellen Ausgangspunkt für Verhandlungen.
Kukies hob die Bedeutung eines offenen Dialogs hervor und plädierte für das, was er als "partnerschaftliche Verhandlungen" mit der Trump-Administration bezeichnete, die zu einer Senkung der Zölle führen könnten.
In Koalitionsgesprächen zur Bildung einer neuen deutschen Regierung erwägen die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Christlich Demokratische Union/Christlich Soziale Union (CDU/CSU) Vorschläge für eine Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, die die Beseitigung von Zöllen umfassen würde.
"Das beseitigt alle Asymmetrien, denn wir werden alle Zölle auf null reduzieren", kommentierte Kukies und bezeichnete null Zölle als "die beste Maßnahme zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit für beide Seiten." Er betonte, dass ein gegenseitig vorteilhaftes Abkommen darauf abzielen sollte, ein Gleichgewicht zu erreichen und den freien Handel zu erleichtern.
Kukies argumentierte, dass solche Vereinbarungen zu Effizienzen, Skaleneffekten und anderen Vorteilen führen würden, die sich aus Standardisierung und mutualem Marktzugang ergeben.
Trotz einer positiven Einschätzung hinsichtlich der Verhandlungen räumte Kukies die Herausforderungen ein, die sich durch die jüngsten Schritte Washingtons in Richtung höherer Zölle ergeben.
Er beschrieb die Verfolgung eines Freihandelsabkommens als "ein erstrebenswertes Ziel" und bemerkte, dass der Schlüssel darin liege, Deutschlands Bereitschaft zur Erkundung aller Optionen zur Zollsenkung zu kommunizieren.
In der vergangenen Woche kündigte Präsident Trump einen permanenten Zoll von 25 % auf importierte Autos und leichte Lastwagen an, mit einem geplanten Inkrafttretensdatum am 2. April.
Trump hat sich konsequent für Maßnahmen eingesetzt, die darauf abzielen, angebliche Handelsungleichgewichte zu korrigieren, und argumentiert, dass US-Waren im Ausland höheren Zöllen unterliegen als amerikanische Zölle auf Importe.
Ökonomen haben festgestellt, dass die Vereinigten Staaten von bestehenden Handelsungleichgewichten profitieren, da die Dominanz des Dollars in globalen Transaktionen erhebliche wirtschaftliche Vorteile bietet.