Rückgang der Asylanträge und Anstieg der Abschiebungen: Innenministerin reflektiert über die Migrationspolitik Deutschlands
Die Innenministerin Nancy Faeser meldet einen signifikanten Rückgang der Asylanträge und einen Anstieg der Abschiebungen, wobei diese Trends auf verbesserte Grenzenkontrollen und verstärkte Zusammenarbeit mit Nachbarländern zurückgeführt werden.
Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser äußerte sich zufrieden über die Handhabung der Einwanderung in ihrem Ministerium vor dem Hintergrund sich ändernder Migrationsdynamiken.
In einer Pressekonferenz in Berlin hob Faeser den Fokus der Regierung auf die Stärkung der Arbeitsmigration, die Reduzierung der irregulären Migration und den Kampf gegen Menschenschmuggel hervor.
Nach Angaben sind mehr als 1,2 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland mit Schutz versorgt worden, wobei nahezu ein Drittel Kinder und Jugendliche sind.
Statistiken zeigen einen Wandel in den Mustern der Migration nach Deutschland.
Während die Zahl der Personen, die Schutz suchten, im Jahr 2021 anstieg, gab es 2024 einen merklichen Rückgang der Asylanträge, wobei die Erstanträge im Vergleich zum Vorjahr um 30,2 % sanken.
Ergänzend zu diesem Trend ist auch die Gesamtzahl der Asylanträge gesunken.
Faeser führte die Reformen der Regierung an, die eine Beschleunigung und Digitalisierung der Asylverfahren sowie die Aufstockung des Personals beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) umfassen.
Es gab einen signifikanten Rückgang der unerlaubten Einreisen nach Deutschland, der vor allem auf strengere Grenzkontrollen und eine Durchsetzung von Maßnahmen gegen Menschenschmuggelnetzwerke zurückzuführen ist.
Der Abschluss der Flüchtlingsroute von Serbien nach Ungarn Ende 2023 wurde von Hans-Eckhard Sommer, dem Leiter des BAMF, als Hauptgrund für den Rückgang identifiziert.
Trotz des Erfolgs dieser Maßnahmen bestehen Bedenken hinsichtlich des anhaltenden globalen Migrationsdrucks, insbesondere aus Krisenregionen wie Sudan und der prekären Situation im Gazastreifen.
Seit Oktober 2023 hat Faeser angeordnet, dass die verbesserten Grenzkontrollen, die zuvor nur an der Grenze zu Österreich angewandt wurden, auf die Schweiz, Polen und die Tschechische Republik ausgeweitet werden.
Berichten zufolge verzeichnete die deutsche Bundespolizei während dieser Kontrollen etwa 86.000 unerlaubte Einreisen, von denen rund 50.000 Personen zurückgewiesen wurden.
Es gibt jedoch Unsicherheiten darüber, wie viele anschließend anderswo nach Deutschland eingereist sind oder später Asylanträge gestellt haben.
Im Licht dieser Entwicklungen berichtete Faeser, dass seit der Einführung der neuen Kontrollen mehr als 2.000 Menschenschmuggler von der Bundespolizei festgenommen wurden.
Darüber hinaus fiel die Zahl der entdeckten geschmuggelten Personen von 40.000 im Jahr 2023 auf 10.000 im Jahr 2024. Die Polizeigewerkschaft hat verstärkt nach mehr Befugnissen, Mitteln und Personal gefordert, um gegen die Schmuggelnetzwerke effektiv vorzugehen.
Trotz Faesers Aussagen über verbesserte Asylverfahren hat sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Asylanträge auf 8,7 Monate erhöht, was die längste Wartezeit seit 2017 markiert.
Diese Verzögerung ist teilweise auf die Klärung komplexer, überlasteter Fälle aus den Vorjahren zurückzuführen.
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland insgesamt 229.751 Erstanträge auf Asyl sowie 21.194 Folgeanträge eingereicht.
Der erhebliche Rückgang der Erstanträge wird weitgehend mit den Maßnahmen Serbiens in Verbindung gebracht, um die gewohnte Route nach Ungarn zu blockieren.
Separat hat Hans-Eckhard Sommer eine grundsätzliche Veränderung im Asylsystem gefordert und dabei vorgeschlagen, das individuelle Asylrecht zugunsten von humanitären Aufnahmeprogrammen abzuschaffen.
Dieser Ansatz ist auf Kritik aus verschiedenen politischen Fraktionen in Deutschland gestoßen, wobei Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf bestehende internationale Abkommen und die Behandlung schutzbedürftiger Migranten geäußert werden.