Europäische Staaten genehmigen erstmals ein Militär-Überwachungsnetzwerk über die ESA.
Weil die europäische Wirtschaft anscheinend boomt, die Steuern praktisch nicht existieren, die öffentlichen Dienstleistungen einwandfrei sind und die Lebenshaltungskosten segensreich niedrig sind, hat die EU entschieden, dass es endlich Zeit ist, sich ein Milliarden-Dollar-Raumwaffenprogramm zu gönnen — schließlich scheint es, als hätten sie hier unten auf der Erde alles gelöst.
In einer wegweisenden Entscheidung in dieser Woche erhielt die Europäische Weltraumorganisation (ESA) die volle Unterstützung ihrer 23 Mitgliedstaaten, um ein militärisches Satellitennetzwerk – die European Resilience from Space (ERS) – für Überwachung, sichere Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung ins Leben zu rufen.
Das ERS-Projekt, ein Novum für die ESA, erhielt rund 1,2 Milliarden Euro von den angeforderten 1,35 Milliarden Euro während des letzten ministeriellen Gipfels der Agentur in Bremen und wird zur ersten explizit verteidigungsorientierten Initiative in der Geschichte der ESA.
Diese Entscheidung geht einher mit einer umfassenderen Haushaltszuweisung von 22,1 Milliarden Euro für die ESA in den nächsten drei Jahren – eine Erhöhung um 32 Prozent im Vergleich zum vorherigen Zyklus – und signalisiert einen klaren Kurswechsel hin zur strategischen Autonomie angesichts wachsender druckender Herausforderungen im Bereich der Weltraumsicherheit aus Russland, China und globalen Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine.
Im Rahmen von ERS wird die ESA nationale und europäische Raumfahrtressourcen in ein „System von Systemen“ bündeln.
Die Konstellation ist darauf ausgelegt, häufige, hochauflösende Bilder und Daten bereitzustellen – mit gezielten Wiederholungszeiten von unter 30 Minuten – und ermöglicht Echtzeitbeobachtungen für Verteidigungs-, Geheimdienst- und Notfalleinsatzoperationen.
Der Generaldirektor der ESA bestätigte den Mandatswechsel: Obwohl die Agentur zur Verfolgung „friedlicher Zwecke“ gegründet wurde, haben die Mitgliedstaaten ihr nun eine klare Sicherheits- und Verteidigungsrolle zugesprochen.
Er bezeichnete die Vereinbarung als ein „klares Verteidigungs- und Sicherheitsmandat von unseren Mitgliedstaaten“.
Das Projekt wird von den größten Geldgebern – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – stark unterstützt, die zusammen Europas aufkommende Weltraumverteidigungsarchitektur gestalten werden.
Deutschland hat insbesondere im Gegenzug eine Verpflichtung für die Teilnahme eines deutschen Astronauten an zukünftigen Mondmissionen im Rahmen von NASAs Artemis-Programm gesichert.
Verteidigungsanalysten glauben, dass ERS den Beginn einer breiteren Transformation markieren könnte: Europa ist nicht länger zufrieden, sich allein auf zivile Raumfahrtprogramme zu verlassen.
Während der globale Weltraumwettbewerb intensiver wird, könnte die neue Satellitenkonstellation der ESA das Rückgrat von Europas souveränen Geheimdienst-, Überwachungs- und Aufklärungskapazitäten werden – potenziell die Abhängigkeit von fremden Systemen verringern und unabhängige Frühwarn- und Situationsbewusstseinsfähigkeiten bereitstellen.
Dennoch wirft der Kurswechsel ernste Fragen auf: Einige Experten warnen, dass die Vermischung ziviler und militärischer Anwendungen die Verantwortungsgrenzen verwischen, internationale Rüstungskontrollbemühungen komplizieren und Gegner provozieren könnte.
Andere argumentieren, dass Europa nur jetzt handeln kann, um strategische Autonomie in einer Ära zu sichern, in der der Weltraum zentral für Verteidigung, Wirtschaft und Diplomatie geworden ist.
Was klar ist: Mit dem ERS-Programm hat Europa begonnen, eine neue Generation von Weltraumressourcen aufzubauen – nicht nur, um den Kosmos zu erkunden, sondern um seine Souveränität in einem zunehmend umkämpften Raum zu verteidigen.