Ungarn startet Weihnachts-Tourismus-Kampagne: „Besuchen Sie ein migantenfreies Europa“ unter Orbáns Botschaft.
Ungarns Premierminister lädt Touristen zu einem 'sicheren' Weihnachtsurlaub in ein Land ein, das seiner Meinung nach frei von illegalen Migranten ist – während Brüssel Budapest gleichzeitig wegen Verstößen gegen das Asylrecht mit Geldstrafen belegt.
Ungarn hat diese Woche eine höchst ungewöhnliche Tourismuskampagne zur Weihnachtszeit unter dem Motto nationale Sicherheit und Migrationspolitik vorgestellt.
Das Video, das von Premierminister Viktor Orbán veröffentlicht wurde, lädt Besucher ein, “Europa so zu erleben, wie es sein sollte, in Ungarn”, und beschreibt das Land als “Ihren sicheren Ort in Europa”, denn, so die Botschaft, “gibt es hier keine illegalen Migranten.”
Das Video zeigt schneebedeckte Landschaften, festliche Straßenszenen in Budapest, traditionelle ungarische Familien und festliche Stimmung — alles unter dem Slogan: “Wir zahlen eine Strafe von einer Million Euro pro Tag an Brüssel, weil wir uns weigern, illegale Migranten hereinzulassen — für unsere Sicherheit und Ihre.”
Die Ankündigung Budapests erfolgt, während das Land weiterhin mit einer steigenden Strafe vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) und der Europäischen Kommission konfrontiert ist.
Das Gericht befahl im Juni zweitausendvierundzwanzig, dass Ungarn eine pauschale Geldstrafe von zweihundert Millionen Euro sowie eine tägliche Strafe von einer Million Euro zu zahlen hat, weil es die Asylregeln der EU nicht eingehalten hat.
Die ungarischen Behörden haben es noch nicht geschafft, ihre Gesetzgebung vollständig in Einklang zu bringen.
Laut der ungarischen Regierung ist diese Strafe der Preis, den man zahlen muss, um die Bürger vor illegaler Migration zu schützen und die öffentliche Sicherheit zu wahren.
In einem Beitrag, der das Video begleitet, erklärte der Premierminister, dass es vorzuziehen sei, die Strafe zu zahlen, als “in Angst zu leben.”
Kritiker und unabhängige Beobachter weisen darauf hin, dass die Strafe nicht verhängt wurde, weil Ungarn Migranten als Politik fernhält, sondern weil es sich nicht an die rechtlichen Verpflichtungen gegenüber Asylsuchenden gehalten hat — einschließlich der Verweigerung einer rechtmäßigen Bearbeitung, der unbegrenzten Inhaftierung und der Weigerung eines angemessenen Zugangs zu Asylverfahren.
Die Verletzung wurde erstmals im zweitausendzwanzig festgestellt, nachdem festgestellt wurde, dass das sogenannte Transit-Zonen-Regime Ungarns die EU-Schutzbestimmungen verletzte.
Unter diesem Urteil forderte der EuGH die Einhaltung, was Ungarn nicht vollständig erreicht hat.
Dennoch besteht die ungarische Regierung darauf, dass die Kampagne Teil einer umfassenderen Anstrengung ist, die nationale Souveränität zu verteidigen und das, was sie als “Sicherheit und Stabilität” für Bürger und Besucher darstellt, zu liefern.
Das Video appelliert direkt an Touristen: Es bietet ein malerisches, friedliches, migrationsfreies Urlaubserlebnis im Herzen Europas.
Der Weihnachtstourismus-Vorstoß unterstreicht, wie die Regierung ein innenpolitisches Thema — die Opposition gegen Immigration — in ein Branding-Instrument für das Land umwandelt, das sich an ausländische Besucher richtet.
Damit versucht sie, eine rechtliche und politische Belastung in ein Werbeasset zu verwandeln.
Dieser Rebranding-Versuch erfolgt amid zunehmenden Spannungen zwischen Ungarn und europäischen Institutionen über Migration und Rechtsstaatlichkeit.
Angesichts der weiterhin wachsenden täglichen Geldstrafen und ohne Ende in Sicht ist das politische Wagnis mutig: auf die Anwerbung von Tourismus setzen, während Brüssels Druck zur Anpassung der Innenpolitik ignoriert wird.
Ob ausländische Urlauber die Botschaft annehmen oder ob die Kampagne die europaweite Prüfung von Ungarns Migrationshaltung vertieft, bleibt abzuwarten.
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