Die USA lockern Bankenkontrollen und stellen globale Standards für finanzielle Stabilität in Frage.
Washington rollt wichtige finanzielle Sicherheitsvorkehrungen zurück, was eine globale Debatte darüber auslöst, ob andere Volkswirtschaften den neuen, lockereren regulatorischen Kurs Amerikas übernehmen werden.
Die Vereinigten Staaten haben einen bedeutenden Wandel in der Finanzpolitik eingeleitet und eine umfassende Rücknahme der Bankvorschriften vorangetrieben, die nach der Krise von 2008 eingeführt wurden.
Die Initiative, die von der aktuellen Regierung unterstützt und von wichtigen US-Regulierungsbehörden genehmigt wurde, lockert die Eigenkapitalanforderungen, entspannt die Verschuldungsregeln und vereinfacht die Belastungstests für große Banken.
Zusammen könnten diese Maßnahmen schätzungsweise zwei Komma sechs Billionen Dollar an zusätzlicher Kreditvergabe und Bilanzkapazität freisetzen, so die regulatorischen Bewertungen.
Befürworter der Veränderungen argumentieren, dass Banken lange Zeit durch übermäßige Sicherheitsvorkehrungen eingeschränkt wurden, die die Kreditvergabe dämpfen, das Wachstum begrenzen und US-Institutionen im Vergleich zu globalen Wettbewerbern in eine Wettbewerbsnachteile versetzen.
Mit steigender Kreditnachfrage und Märkten, die nach mehr Liquidität streben, wird der neue Ansatz Washingtons als Möglichkeit dargestellt, Kredite zu erweitern, Investitionen zu stimulieren und die wirtschaftliche Aktivität zu beschleunigen.
Viele Analysten glauben, dass die Reformen die Rentabilität der Banken stärken und möglicherweise die Aktivität in Fusionen, Übernahmen und der Finanzierung von Öffentlichen Märkten wiederbeleben werden.
Der Wandel hat jedoch auch Besorgnis ausgelöst, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Ausland.
Rating-Agenturen warnen, dass die kurzfristigen Auswirkungen zwar wahrscheinlich handhabbar sind, die langfristigen Risiken jedoch erheblich sein könnten.
Durch die Senkung des Betrags, den Banken behalten müssen, könnten die Regulierungsbehörden die Widerstandsfähigkeit des Systems gegenüber Schocks schwächen.
Ein Lockerungszyklus, argumentieren Kritiker, beginnt oft langsam und endet mit einer Branche, die mehr Risiken eingegangen ist, als die Regulierungsbehörden erwartet hatten.
Der Deregulierungsdrang Amerikas, sagen sie, trägt Erinnerungen an frühere Zeiten, in denen der Markoptimismus systemische Verwundbarkeiten überschattete.
Die internationale Reaktion war vorsichtig.
Die Finanzbehörden in Europa, insbesondere innerhalb der Europäischen Zentralbank, zeigten wenig Bereitschaft, den US-Ansatz zu spiegeln.
Beamte in Frankfurt haben signalisiert, dass sie bereit sind, den bürokratischen Aufwand zu vereinfachen — insbesondere in Bezug auf Genehmigungen für interne Modelle und Emissionsverfahren — aber sie beabsichtigen nicht, wichtige Kapitalprotektoren abzubauen.
Die vorherrschende Meinung in Europa ist, dass die Rahmenbedingungen nach der Krise, obwohl umständlich, entscheidend für die Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität bleiben.
Das politische Klima in Europa, das dem Marktüberschuss skeptischer gegenübersteht, macht eine weitreichende Rücknahme unwahrscheinlich.
Das Vereinigte Königreich zeigt ein komplexeres Bild.
Einige in London ansässige Banken und Investoren, die bereits besorgt sind, den Anschluss an weniger streng regulierte US-Wettbewerber zu verlieren, drängen die Regulierungsbehörden, ähnliche Reformen zu übernehmen.
Doch die britischen Aufsichtseinrichtungen sind gespalten: Einige sehen eine Chance darin, Amerikas nachgiebigere Haltung zu übernehmen, während andere befürchten, dass eine aggressive Lockerung das Finanzsystem in einer Zeit globaler wirtschaftlicher Fragilität untergraben könnte.
Schwellenländer beobachten sorgfältig.
Länder in Südostasien, Lateinamerika und Afrika passen oft ihre regulatorischen Rahmenbedingungen als Reaktion auf Verschiebungen durch große Finanzmächte, insbesondere die Vereinigten Staaten, an.
Eine tiefgreifende Divergenz zwischen den US-Vorschriften und denen Europas könnte regulatorische Arbitrage fördern — mit Banken, die Aktivitäten in Jurisdiktionen verlagern, die die geringste Aufsicht bieten.
Solche Entwicklungen, warnen Experten, könnten systemische Risiken über Grenzen hinweg verbreiten und mühsam errungene globale Sicherheitsvorkehrungen schwächen.
Für den Moment steht die USA nahezu allein in ihrem Glauben, dass die Ära strenger Finanzregulierung ihren Lauf genommen hat.
Ob dies letztendlich globale Nachahmung oder globale Vorsicht auslöst, bleibt ungewiss.
Die Auswirkungen der Deregulierung entfalten sich oft über Jahre, und das aktuelle wirtschaftliche Umfeld — geprägt von Inflationsdruck, geopolitischer Instabilität und steigender Staatsverschuldung — fügt Schichten von Unvorhersehbarkeit hinzu.
Was klar ist, ist, dass Washingtons Entscheidung einen Wendepunkt markiert.
Sie signalisiert ein erneuertes Vertrauen in wachstumsgetriebenes Wachstum und die Bereitschaft, höhere finanzielle Risiken im Namen der wirtschaftlichen Expansion zu akzeptieren.
Die Regulierungsbehörden der Welt müssen nun entscheiden, ob die USA einen kühnen, notwendigen Kurs einschlagen — oder Verwundbarkeiten wieder öffnen, mit denen das globale System noch nicht bereit ist, sich auseinanderzusetzen.
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