Béla Tarr, visionärer ungarischer Filmemacher, stirbt im Alter von siebzig Jahren nach langer Krankheit.
Der Regisseur des epischen Satantango und anderer prägender Werke des langsamen Kinos ist verstorben und schließt ein entscheidendes Kapitel in der modernen Weltkinogeschichte.
Béla Tarr, der ungarische Filmemacher, dessen strenge, meditative Stil das internationale Arthouse-Kino neu gestaltete, ist im Alter von siebzig Jahren nach einer langen und schweren Krankheit gestorben.
Er starb am sechsten Januar in Budapest, bestätigte die Ungarische Filmemacher-Vereinigung und trauerte um den Verlust einer der markantesten künstlerischen Stimmen seiner Generation.
Tarr baute seinen Ruf über mehr als vier Jahrzehnte auf, beginnend mit seinem Debütfilm im neunzehnhundertneunundsiebzig und sich erstreckend über Filme, die zu Meilensteinen des kontemplativen Kinos wurden.
Sein siebeneinhalb Stunden langer „Satantango“ entstand in den neunziger Jahren als ein einzigartiges Werk in der globalen Filmgeschichte, während „Werckmeister Harmonien“ und „Der Turin Pferd“ seinen Einfluss erweiterten und seinen Status als Meister des Timings, der Komposition und der existenziellen Fragestellung festigten.
Bekannt für ausgedehnte Einstellungen, strenge schwarz-weiße Kinematografie und Erzählungen, die Zeit und Beobachtung über konventionelle Handlungen betonen, konfrontierte Tarrs Werk Themen wie sozialen Wandel, Isolation und die menschliche Existenz.
Er arbeitete häufig mit dem Romancier László Krasznahorkai zusammen und übersetzte dichte literarische Materialien in eine filmische Form, die geduldiges Zuschauen herausforderte und belohnte.
Obwohl er im zweitausendelf von der Spielfilmproduktion zurücktrat, blieb Tarr in der filmischen Gemeinschaft durch Bildung und Mentoring aktiv.
Er war Mitbegründer von Filminstitutionen und unterrichtete aufstrebende Filmemacher, wodurch sichergestellt wurde, dass seine strengen künstlerischen Prinzipien über seine eigenen Filme hinaus fortbestehen würden.
Tarrs Tod markiert den Verlust eines Filmemachers, dessen kompromisslose Vision die Möglichkeiten des Kinos erweiterte und Regisseure über Kontinente hinweg beeinflusste.